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Die Weltenbummler und Frau Wildkraut …

Der Sommer nähert sich mit großen Schritten. Manche fahren oder fliegen im Urlaub ans Meer, um sich die frische, salzige Meeresbrise um die Nase wehen zu lassen, andere bleiben lieber zu Hause, weil sie ein schönes Heim und eine wunderbare Umgebung haben, die sie genießen möchten oder gönnen sich von beidem etwas.

Du öffnest an einem strahlenden Tag vielleicht alle Fenster und gehst barfuß auf die Terrasse, um etwas von der Sonne zu haben, und du fühlst dich so richtig wohl in deinem Heim. Fast jeder – sicherlich nicht nur die Menschen, die in einem Dorf oder in ländlichen Gegenden wohnen und leben – kennt dieses wunderbare Gefühl im Früh-, Hoch- und Spätsommer.

Viele Menschen lieben es, sich um den eigenen Garten zu kümmern, und genießen ihre Ruhe, umgeben von Blumen- und Gemüsebeeten, Obstbäumen und Himbeer-, Brombeer- oder Ribiselsträuchern. Manch andere wiederum kümmern sich am liebsten um das, was nicht ihnen gehört, oder suchen tagein, tagaus nach einer Gelegenheit, wie sie ihre Mitmenschen ärgern oder provozieren können. Ihr Lebensinhalt besteht in erster Linie darin, anderen beim Leben zuzusehen.

Dass sich solche Menschen meistens hinter einer Fassade von – offensichtlich falscher – höflicher Freundlichkeit verbergen, dass sie sogar pädagogisch tätig sind und die Kinder im Dorf in einem Fach unterrichten, das Nächstenliebe, Freundlichkeit und guten Willen vermitteln sollte, während sie selbst in ihrem Privatleben gleichzeitig sehr fragwürdig handeln, kann eigentlich nur zum Kopfschütteln bewegen.

Geschieht das Ganze dazu noch in einer solch herrlichen Gegend wie Tirol, in einer Region wie dem Kaiserwinkl und Kitzbühel, umringt von Bergen und Seen, wo die Rehe teilweise auf der Wiese vor der eigenen Terrasse grasen und Camper oder Touristen die Qual der Wahl zwischen mehreren Regionen haben, von denen eine schöner als die andere ist, dann passt etwas am Gesamtbild nicht mehr.

Berge und Ruhe. Ich kenne Menschen, die in eine solche Umgebung gezogen sind, um genau das genießen zu können. Die Geschichte, die du jetzt gleich lesen wirst, ist spannend, sie gleicht beinahe einem Fernsehkrimi. Dass es so etwas in der Realität geben könnte, hätte ich früher nicht gedacht, doch man lernt bekanntlich nie aus. Und jeder, der etwas Ähnliches erlebt hat, kann mit Sicherheit ein Lied davon singen.

Ich selbst muss hierbei unwillkürlich an eine TV-Sendung – Maschendrahtzaun ;-) – von Stefan Raab denken, die ich vor etwa 15 Jahren gesehen habe. Ein Nachbarschaftsstreit. An all das erinnert mich das Folgende. Teilweise finde ich es sehr amüsant, und es kann aus einer gewissen Distanz heraus, ähnlich einer Satire, wohl auch mit viel Humor betrachtet werden. Dennoch können wir immer schauen, was wir daraus lernen können.

Da ist also dieses junge Paar …

Eine echt spannende Geschichte. Es wäre ausreichend Stoff vorhanden, um daraus einen kompletten Kriminalroman zu stricken. Dennoch werde ich das Ganze, falls dies überhaupt möglich ist, nur in Kurzform streifen und es Romanautoren, die ebenfalls zu meinen Lesern hier gehören, überlassen, etwas daraus zu machen, falls sie das möchten. :-D Autoren brauchen ja bekanntlich guten Stoff. Über den Titel müsste man noch philosophieren … ;-)

Das ist also dieses junge Paar – wir nennen die beiden der Einfachheit halber Mr. und Mrs. Smith –, das vor einigen Jahren in eine wahrhaft idyllische Umgebung in Tirol gezogen ist. Die beiden haben sich dort auf einer schönen Wiese am Fuße eines wunderbaren Berges ein Grundstück gekauft. Auch das im Osten angrenzende Nachbargrundstück war zunächst noch frei, doch nach einigem Hin-und-her-Überlegen entschieden sie sich, es nicht selbst dazuzukaufen, weil sie sich auf Zuwachs in der Nachbarschaft freuten; vor allem deshalb, weil nebenan und nach vorne in Richtung Süden ohnehin nur Grünflächen waren.

Mr. und Mrs. Smith bauten sich also ihr Traumhaus, ein vollwertig ökologisches, massives Holzhaus, offen, modern, großzügig, mit viel Fläche und natürlichem Licht. Hier und da – wie bei jedem Bau – mit ein paar Fehlern, mit denen sie sich nach und nach beschäftigen wollten, und mit der Liebe zum Detail. Wobei nicht alles an einem Tag fertig sein musste, sondern die Zeit und das Leben in diesem Haus die passenden Ideen liefern sollten.

Das junge Paar: beide offen und freundlich, jedoch aufgrund der mangelnden Zeit infolge ihrer vielen Arbeit eher zurückgezogen und ruhig; beide selbstständig und in ihren jeweiligen Bereichen von zu Hause aus tätig; sie arbeitet unter anderem als Ghostwriterin und für die Presse, versorgt ihre Region, die Hotels und Pensionen der Umgebung des Öfteren mit neuen Kunden; er arbeitet als technischer Entwickler, erstellt für die Presse Videoproduktionen und ist zusätzlich gelernter Handwerker, jemand, der gerne auch selbst Hand anlegt, anstatt alles nur Fremdfirmen zu überlassen, die niemals so genau auf Details achten, wie man selbst dies tut, wenn man sich auskennt.

So weit also nichts Ungewöhnliches an Mr. und Mrs. Smith. Sie sind ein ganz normales, erfolgreiches junges Paar, haben die Welt in der Vergangenheit bereits ausgiebig bereist und sind, da sich beide für andere Prioritäten im Leben entschieden haben, kinderlos geblieben.

Knapp ein Jahr später wurde das bis dahin noch leere Grundstück im Osten verkauft und kurz darauf ein Haus gebaut, in das eine 4-köpfige Familie einziehen sollte: ein weiteres Paar, dieses allerdings mit zwei Kindern. Anfangs schien für Mr. und Mrs. Smith der Wunsch nach einer guten und zuwachsenden Nachbarschaft aufzugehen.

Besonders der neue Nachbar war sehr freundlich, plauderte auch immer wieder mal und grüßte stets sehr nett. Er war (und ist bis heute) dem jungen Paar äußerst sympathisch. Die Nachbarin – nennen wir sie Frau Wildkraut –machte anfangs ebenfalls einen netten Eindruck, und so erschien durch den Zuwachs alles in bester Ordnung.

Das erste in einer Reihe von Ereignissen begann schon bald nach dem Einzug, als die neue Nachbarin, damals als Hundebesitzerin, jeden Morgen mit ihrem Vierbeiner um ca. 7:00–8:00 Uhr spazieren ging. Während andere Hundebesitzer der Umgebung üblicherweise auf der Straße gehen, mussten hier entweder Mr. und Mrs. Smith – teilweise auch beide gemeinsam – beobachten, wie Frau Wildkraut jeden Morgen bei ihrer Rückkehr von der Straße abging und gemächlich die weglose Wiese eines Bauern überquerte, die südlich an das Grundstück der Smiths grenzt, um auf einer Länge von ca. 25 Metern sehr neugierig durch sämtliche südseitig angelegten Fenster zu schauen.

Dieses eigenartige und aufdringliche Verhalten verfolgte die neue Nachbarin übrigens, soweit die Smiths das hin und wieder sehen konnten, unterwegs auch bei anderen Häusern der Siedlung. Wann immer Frau Wildkraut dabei die Bewohner des Hauses erblickte, drehte sie sich plötzlich weg, als wäre nichts gewesen, und ging weiter, als ob sie nicht so überneugierig durch alle Fenster geschaut hätte. Diese „Häuser-innen-beschau“ zog sich über mehrere Monate hinweg, und fast täglich wurde Frau Wildkraut von dem jungen Paar dabei gesehen.

Der nächste Zwischenfall ereignete sich an einem Tag, als die Smiths nicht daheim waren und ihre Haushaltshilfe die großen Fenster auf der Ostseite des Hauses putzte. Im Nachhinein wurde das Paar gefragt, was sie denn für eine seltsam neugierige und komische Nachbarin hätten. Die Haushaltshilfe erzählte, dass sich die Nachbarin, das Gesicht dem Haus der Smiths zugewandt, mit einem Buch in der Hand auf ihrer Terrasse direkt gegenüber den besagten Fenstern auf einen Sitzsack gesetzt und ihr ständig mit einem Blick über den oberen Rand des Buches beim Reinigen der Fenster zugesehen bzw. in das Haus hineingestarrt hatte, sobald die Vorhänge aufgezogen waren. Die Haushaltshilfe hatte Frau Wildkraut in der Spiegelung der Glasscheiben hinter sich gesehen und sich aufgrund dieses Verhaltens aus verständlichen Gründen sehr unwohl gefühlt.

Das junge Paar konnte sich darauf keinen Reim machen. Wenn die neue Nachbarin, wie es den Anschein hatte, sehr neugierig war, wieso brachte sie dann nicht den Mut auf, zu fragen, ob sie die Smiths einmal besuchen konnte, um sich evtl. Ideen für sich zu holen, wie es all die anderen Nachbarn getan hatten, mit denen ein sehr gutes Verhältnis bestand? Warum dieses eigenartige Verhalten hintenrum? Das Ganze erschien äußerst suspekt und machte keinen Sinn.

In dieser ganzen Zeit war der neue Nachbar, der sich tagsüber so gut wie nie zu Hause aufhielt und das alles augenscheinlich gar nicht mitbekam, immer sehr nett gewesen. Einmal rief er sogar bei dem jungen Paar wegen einer Lieferung oder etwas Ähnlichem an. Er war genau das, was man sich unter einem guten Nachbarn vorstellte, während sich seine Partnerin – die Pädagogin – mehr und mehr zum genauen Gegenteil entwickelte.

Mr. und Mrs. Smith begannen, sich unter der andauernden Beobachtung und Ausspionierung zunehmend unwohl zu fühlen. Es war ähnlich wie bei Big Brother, nur dass sich dort die Teilnehmer dem Ganzen freiwillig hingeben. Bereits ab Mittag saß die Nachbarin regelmäßig auf ihrer Terrasse und schaute ständig zu ihnen hinüber. Wenn sich Mr. Smith in der Küche befand, um sich etwas zu essen oder einen Kaffee zuzubereiten, fühlte er ihre Blicke, die in seine Richtung gingen. Immer wieder dachten und hofften die beiden, das aufdringliche Verhalten ihrer Nachbarin würde sich früher oder später legen, sobald die anfängliche Neugierde abgeflaut war.

Im Frühling/Sommer 2015 wurden auf dem Grundstück des jungen Paares die ersten Bäumchen entlang der Ostseite gesetzt. Während der junge Hausherr alleine im Garten damit beschäftigt war, die etwa 1,50 Meter hohen Bäume einzupflanzen – Mr. Smith legte bei solchen Tätigkeiten stets sehr gerne selbst Hand an –, vernahm seine Frau, die sich im Inneren des Hauses aufhielt, irgendwann über einen längeren Zeitraum hinweg eine immer lauter werdende weibliche Stimme. Nach einer Weile ging Frau Smith ins Freie, um nachzusehen, was draußen los war. Die neue Nachbarin redete wild und aufgebracht und ohne Pause auf Herrn Smith ein, der sichtlich bemüht war, diese zu ignorieren, weil er offenbar nicht wusste, wie er am besten eine Person behandeln sollte, die sich gerne alleine beim Reden zuhört.

Als Mrs. Smith hinzukam, grüßte und fragte, was denn los sei, fing Frau Wildkraut an, sich darüber zu beschweren, wie man denn „diese hohen Bäume“ setzen könne und dass diese ihr „die Sicht total versperren“ würden usw. usf. Was sie natürlich nicht zur Sprache brachte, war der Umstand, dass die einzige Sicht, die diese Bäumchen ihr nahmen, jene auf das Haus der Smiths und durch deren Fenster war.

Frau Smith versuchte, ihre Nachbarin zu beruhigen, und fragte sie, warum sie sich denn so aufrege, da sie doch im Süden, Osten und Norden und auch noch im Südwesten eine völlig freie Sicht hätte, doch diese hörte gar nicht zu und polterte weiter, diese Dinge würden „extrem wuchern“ etc. Als Frau Smith ihre Nachbarin darauf hinwies, dass diese ihnen im vergangenen Jahr nie das Gefühl gegeben hatte, dass ihr die Nachbarschaftsbeziehung, geschweige denn der Kontakt mit dem jungen Paar, wichtig sei, erwiderte die liebe Frau Wildkraut, dass sie „keinerlei Wert auf eine gute Nachbarschaft“ lege, denn das würde „zu nichts führen“. Ihr würde einfach „ein Hallo reichen“ – mehr wolle sie nicht.

Das ging den ganzen Nachmittag so weiter, und jeder Versuch, die aufgebrachte Frau zu beruhigen, ging ins Leere. Das junge Paar hatte weder von der gesetzlichen noch von der moralischen Seite her betrachtet irgendetwas getan, um den neuen Nachbarn zu schaden, sondern im Gegenteil für etwas mehr Privatsphäre gesorgt – und zwar für beide Seiten. Mrs. Smith erklärte Frau Wildkraut noch, dass es ihr persönlich völlig ausreiche, die vielen Berge der Umgebung zu sehen, und dass sie nicht sehen müsse, was die Nachbarn machen.

Bereits ein, zwei Tage später wurde auf dem Rasen der neuen Nachbarn ein Monstrum von einem XXL-Trampolin (Durchmesser ca. 4 Meter) unmittelbar an der Grundstücksgrenze aufgestellt – und zwar direkt gegenüber der Terrasse des jungen Paares. Von diesem Zeitpunkt an ging es rund.

Ob Mr. und Mrs. Smith nun wollten oder nicht, sie MUSSTEN es ab diesem Zeitpunkt erdulden, dass sowohl die Kinder als auch die Nachbarin selbst anfänglich tagein, tagaus auf diesem riesigen Trampolin herumsprangen und dabei provokativ auf ihr Grundstück herüberschauten. Das junge Paar wurde nicht einmal gefragt, ob sie dies eventuell stören könnte. Es wurde eher wie selbstverständlich und nach dem Prinzip gehandelt: „Hier sind wir, und wann immer wir wollen, schauen wir zu euch rüber – ob’s euch nun passt oder nicht.“

Die Terrasse der Smiths und der Esstisch mit Grillplatz im Südosten, der sich unmittelbar gegenüber dem Trampolin befindet, wurden von nun an von Mr. und Mrs. Smith immer seltener genutzt – schließlich mochten sich die beiden aus verständlichen Gründen nicht ständig auf ihre Teller schauen lassen. Die Vorhänge blieben – trotz großer Fenster – die meiste Zeit über geschlossen. Das junge Paar versuchte weiterhin, die unangenehme Situation zu ignorieren in der Hoffnung, alles würde sich früher oder später legen, und hoffte, doch noch eine Basis für eine einigermaßen unbeschwerte Nachbarschaft legen zu können. Manchmal muss man ja nur etwas Geduld aufbringen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es Mr. und Mrs. Smith mehr oder weniger egal gewesen wäre, hätte sich diese neue Nachbarin wenigstens einigermaßen „nett, offen und normal“ verhalten. Immer wieder überlegten sie, wie man mit einem solchen Menschen am besten umgehen soll. Eine äußerst schwierige Situation, wenn dir eine Person klar und deutlich sagt, dass sie keine Nachbarschaft will und ausser einem „Hallo“ quasi nicht ansprechbar ist, sich jedoch vollkommen anders verhält und alles genauestens wissen möchte.

Monate später (in der Zwischenzeit gab es keinen direkten persönlichen Kontakt) wurde bei dem jungen Paar gegen Norden zur Straße hin eine Betonmauer aufgezogen. Die Handwerker waren alle bei der Arbeit, genauso wie Mr. Smith, der, wie bereits bekannt, immer gerne selbst Hand mit anlegte. Und natürlich redete an diesem Tag Frau Wildkraut nach der langen Zeit des Schweigens erstmals wieder mit ihm, um wohl ihre Neugierde zu befriedigen.

Mr. Smith fand das allerdings in Ordnung, und auch seine Frau wollte die Gelegenheit nutzen und gesellte sich zu den beiden. Es gab ein völlig normales und gutes, wenn auch kurzes Gespräch. Das junge Paar war froh über den wiederaufgenommenen Kontakt, weil es annahm, dass ab sofort alles wieder im Lot sei.

Da Mrs. Smith zwischendurch auch mal bloggt, schrieb sie einen allgemeinen Artikel über gute Nachbarschaft. Der Text war durchaus positiv gemeint und beschrieb unter anderem ihre Erfahrungen mit der Nachbarin, selbstverständlich ohne einen konkreten Namen zu nennen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Leserinnen und Leser von Frau Smith – bis zum damaligen Zeitpunkt – weltweit zu Hause sind und somit zu der besagten Kleinregion in Tirol keinerlei Bezug haben konnten.

Am nächsten Morgen klopfte es um ca. 8:00 Uhr an die Tür der Smiths, und als diese öffneten, stand die Nachbarin vor ihnen und erklärte, sie hätte den Blog gelesen. Die erste Leserin aus der Region, in der sie wohnte, war dann wohl auch sie selbst. Augenscheinlich spionierte Frau Wildkraut ihrer jungen Nachbarin sogar online hinterher.

Mrs. Smith fragte noch: „Was machst du denn bitte auf meiner Webseite?“, denn sie war über die Maßen erstaunt, vor allem angesichts des Umstandes, dass sie in der Region Kaiserwinkl niemals jemandem etwas über sich selbst oder über ihren Beruf erzählt hatte und aufgrund von Zeitmangel auch kaum Kontakte in der Region pflegte. Frau Wildkraut hatte dann auch gleich ein paar Lügen parat und gab vor, dass ihr Anwalt sie angeblich auf den Artikel aufmerksam gemacht hätte, dass man da aber nix machen könne usw. Und nun sei sie herübergekommen, um die Angelegenheit zu klären.

Es war sonnenklar, dass die Nachbarin selbst den Anwalt angerufen hatte (und nicht umgekehrt), aber Mrs. Smith ließ diese Aussage fürs Erste unkommentiert im Raum stehen, als ob sie Frau Wildkraut glauben würde. Die Pädagogin redete erneut wie üblich ohne Punkt und Komma, und was sie, während sie viel redete, aber wenig sagte, scheinbar zum Ausdruck bringen wollte, war irgendetwas zwischen Vorwürfen und einer Entschuldigung, sie hätte bei besagtem Bäumchen-Vorfall einen schlechten Tag gehabt usw. usf.

Frau Smith dachte sich: „Komm, im Sinne der guten Nachbarschaft akzeptiere ich deine Entschuldigung“, und bot Frau Wildkraut an, den Artikel etwas abzuändern, sofern sie das denn wolle, da diese Angst hatte jemand könne sie in ihrem Verhalten erkennen. Frau Wildkraut jedoch meinte daraufhin, der Blog sei nun schon einmal geschrieben und es sei daher jetzt egal, woraufhin Frau Smith ihr dann auch zustimmte, da dieser auch nicht negativ sondern nur wahrheitsgemäß war.

In diesem Moment schien (auf der Seite der Smiths) so weit alles wieder in Ordnung, und sie dachten sich noch: „Gut, dann hat’s das jetzt eben gebraucht. Aber wenn dafür ab sofort Frieden herrscht, ist es doch wunderbar.“

Abends gingen die beiden spazieren und trafen dabei auf die Nachbarin mit ihrem Mann, die sofort wie ein Wasserfall aufgebracht auf Mrs. Smith einredete und mit ihren Vorwürfen von vorne begann, als ob ihre Entschuldigung vom Morgen nichts mehr gelten würde. Erneut beklagte sie sich, wie schlimm der besagte Blog-Artikel doch sei – die Wahrheit kann ja schon mal wehtun –, und forderte Frau Smith mit aller Selbstverständlichkeit in ihrem Ton auf, den Text umzuschreiben – also zum wiederholten Male ganz das alte Verhalten.

Das Gespräch und die Art des Auftretens reichten dem jungen Paar allmählich. Mrs. Smith änderte den Blog tatsächlich so ab, wie es Frau Wildkraut wünschte, und schrieb überwiegend über alle netten Nachbarn der Umgebung (zu denen Frau Wildkraut allerdings nicht zählte).

Auch in der Folgezeit kam es zu zahlreichen weiteren Zwischenfällen …

Frau Wildkraut legte sich (wie davor auch schon) mit jedem Handwerker an, der bei dem jungen Paar war und zufällig vor ihrem Haus wendete. Selbst bei Paketlieferanten, die gar nichts bei den Smiths abgaben, sondern beim Haus gegenüber – einem alten, sehr netten Pärchen –, machte sie Stress.

Ein Garagentormeister, der einmal wegen eines Defektes zum zweiten Mal zu dem jungen Paar kommen musste, sprach die beiden darauf an, was für eine „miese Nachbarin“ sie doch hätten. Auf die Frage nach dem Grund für diese Aussage erzählte er über die Konfrontation mit Frau Wildkraut, als er, da er Mrs. Smiths Warnung vergessen hatte, vor deren Haus gewendet hatte. Seine Worte lauteten an jenem Tag sinngemäß: „Ich wollte aussteigen und der Alten eine pfotzn.“ So sehr hatte er sich über sie aufgeregt.

(Anmerkung: ich selbst mußte kurz googeln, um zu erfahren was dieser Dialekt-Ausdruck bedeutet, als ich diese Geschichte hörte. Falls es einigen meiner Leser ähnlich ergeht – hier die etwas andere Erklärung. Ein bisschen Spaß muss schließlich auch sein. ;-))

Überall musste sich das junge Paar aufgrund des unflätigen Benehmens dieser Nachbarin entschuldigen, und das bei jemandem, der den Beruf einer Lehrerin ausübte. Grundsätzlich denkt man ja bei Lehrern ihres Faches an Menschen mit viel Herz. Doch das war in diesem Fall weit gefehlt. Hier waren offenbar nur Neid, Scheinheiligkeit, Streitsucht und Rechthaberei vorhanden.

Der Sommer 2016 war für das junge Paar leichter zu ertragen, nachdem sie den Zaun gesetzt und (aufgrund der Vorkommnisse ausschließlich in ihre Richtung) einen vollständigen Sichtschutz errichtet hatten. Die Nachbarskinder, mittlerweile sieben und vierzehn Jahre alt, sprangen zwar weiterhin fleißig auf dem Trampolin herum (das immer noch knapp einen Meter über den Zaun hinausragte), doch versuchten die Smiths, stets kulant zu bleiben und im Sinne der Nachbarschaft zu ignorieren, dass sie auf dem eigenen Grundstück nicht einmal in einem Bikini herumlaufen oder nach dem Duschen mal halbnackt durchs eigene Wohnzimmer gehen konnten, ohne sich einer unerwünschten Beobachtung durch Außenstehende auszusetzen.

Wenn Spielzeuge versehentlich auf ihrem Grundstück landeten, so warfen Mr. und Mrs. Smith  diese stets einfach zurück, sobald sie diese entdeckten. Noch ein Jahr davor hatte der kleine Sohn der Nachbarin, keinerlei Scheu gehabt, sich seine Sachen auch persönlich zu holen, zu grüßen oder auch mal zu winken. Doch selbst das wurde zusehends weniger. Nur wenn Mrs. Smith zuerst grüßte, wurde zurück gegrüßt. Eigentlich  grüßen ja zuerst die Kinder die Erwachsenen und nicht umgekehrt.

Ein weiterer nennenswerter Zwischenfall ereignete sich Ende Herbst 2016. Das junge Paar hatte die Einfahrt pflastern lassen, und nun wurde die Straße vor dem Grundstück asphaltiert. Mrs. Smith war an jenem Tag nicht zu Hause, sondern bekam die Geschehnisse von den Arbeitern und den Nachbarn, die das Ganze mitgehört hatten, geschildert.

Wie eigentlich allgemein bekannt sein sollte, kann man Asphaltierungsarbeiten nicht einfach mittendrin unterbrechen – auch nicht für eine Lehrerin, der für die Zufahrt zu ihrem Haus neben dem ansonsten üblichen Weg noch zwei weitere direkte Umfahrungsmöglichkeiten in der jeweils anderen Richtung zur Verfügung stehen. Frau Wildkraut jedoch legte sich in ihrer bekannt charmanten Manier mit dem Chef der Asphaltierungsfirma höchstpersönlich an und brüllte diesen an, dass sie dort, wo gerade asphaltiert wurde, sofort durchfahren wolle. Und egal, was der arme Mann sagte und ihr erklärte – dass sie jetzt warten müsse und dass dies nicht möglich sei – sie hörte nicht auf. Sie trieb es sogar so weit, dass dieser Mann ganz laut auf der Straße sagte, sodass jede umstehende Person es hören konnte (ich zitiere sinngemäß): „Ich habe noch nie eine so bösartige Frau wie Sie gesehen.“

Daraufhin drehte Frau Wildkraut wutentbrannt mit ihrem Fahrzeug und den Kindern darin um und fuhr in die andere Richtung davon.

Da frage ich mich ehrlich: Muss man denn wirklich immer wieder aufs Neue beweisen, was für ein negativer Mensch man ist – und das sogar vor den eigenen Kindern? Was für ein Vorbild ist man denn da noch?

Über Umwege bekam das junge Paar dann noch weitere Information darüber, dass die Lehrerin wohl auch in der alten Nachbarschaft (desselben Ortes) bereits große Probleme gehabt hatte, weil sich die Bewohner dort ebenfalls ständig von ihr beobachtet gefühlt und – genau wie die jungen Smiths – Bäumchen bzw. Hecken gesetzt hatten, woraufhin Frau Wildkraut dann gleichfalls ausgerastet war. Anscheinend musste sie wohl jeden beobachten, damit sie sich nicht selbst beobachten muss?

Abgesehen von den bereits geschilderten Vorfällen gab es etliche weitere Kleinigkeiten, die Mr. und Mrs. Smith immer wieder zu ignorieren versuchten.

Die neue Haushaltshilfe, die diese seit zwei Jahren hatten, erzählte ebenfalls darüber, dass Frau Wildkraut, wann immer die Haushaltshilfe eines schönen Sommertages gerade im Obergeschoss am Putzen war und eines der nach Osten ausgerichteten Fenster öffnete, ganz plötzlich aufstand, ihre Sonnenbrille aufsetzte, um mit dem Blick in diese Richtung Federball zu spielen, und sich erst wieder hinsetzte, sobald das Fenster geschlossen wurde. Dies wiederholte sich laut der Helferin bei jedem Zimmer.

Oder:

Eine Freundin war zu Besuch bei dem jungen Paar und sie machten es sich an der Bar (Ostseite) in ihrer Küche gemütlich. Währenddessen saß auch Frau Wildkraut hinter ihrem Fenster im Obergeschoss. So weit eigentlich kein Problem – nur, dass die Nachbarin ständig direkt in die Küche der Smiths hineinschaute, bis die Freundin von Mrs. Smiths darauf aufmerksam machte und meinte: „Die ist aber neugierig. Macht die das immer so?“ Das war für die junge Frau eine etwas peinliche Situation, in der sie dann auch nicht mehr wusste, ob sie dieses Verhalten entschuldigen oder eher den Krankenwagen für die Nachbarin rufen sollte.

Oder:

Frau Wildkraut geht im Winter des Öfteren Langlaufen. Die Loipe verläuft durch die oben erwähnte Wiese, die auf der Südseite direkt vor dem Grundstück des jungen Paares liegt. Beim Zurückkommen bleibt die neugierige Nachbarin immer wieder gerne im Eck von ihrem eigenen Grundstück und jenem der Smiths stehen und schaut durch die großen Fenster direkt in das Wohnzimmer hinein, wenn sie denkt, dass sie keiner dabei sieht. So etwas würde der Mann von Frau Wildkraut niemals machen.

Oder:

Mr. Smith klinkerte gerade draußen an der Mauer, als er hörte, wie die Nachbarin auf der Terrasse sinngemäß zu ihren Kindern sagte: „Wenn ihr etwas Richtiges lernt, müsst ihr euch die Hände nicht schmutzig machen.“ Daraufhin lachten die Kinder und erwiderten, sie wollten lieber „etwas Anständiges“ lernen.

Was ist das für eine Lehrerin?

Ich bezweifle, dass man sich, wenn man handwerklich begabt ist, die Hände schmutzig macht. Und wenn es so ist, wäre die bewusste Person wohl gut beraten, niemals zu vergessen, den Kindern mit auf den Weg zu geben, dass sie selbst und ihre Familie ohne Menschen und Handwerker, die bereit sind, sich für andere die eigenen Hände „schmutzig zu machen“, kein Haus, kein Dach über dem Kopf und auch NIEMALS etwas zu essen hätten. Zigtausende von Menschen machen sich die Hände schmutzig, um eine ganz normale Familie im Verlauf ihres Lebens im Westen zu ernähren, auch wenn diese dafür mit Geld bezahlt. Aber wir sollten niemals vergessen, dass wir ohne diese Menschen von heute auf morgen gar nichts mehr hätten.

Oder wie Gandhi sagte:

„Wer vergisst, wie man die Erde beackert und das Feld bestellt, vergisst sich selbst.“

Doch wiederum beließ es das junge Paar dabei und versuchte, diese menschenverachtende Aussage der Lehrerin zu ignorieren.

Wie in den vorangegangenen beiden Jahren auch, stand vor wenigen Wochen, pünktlich gegen Ende April, das Trampolin wiederum am selben Ort (direkt am Zaun) aufgebaut da und wartete darauf, besprungen zu werden. Wenige Tage später, wahrscheinlich an einem Montag, landete erneut ein Ball der Kinder auf dem Grundstück der Smiths, doch dieses Mal warfen sie ihn nicht zurück. Sie einigten sich darauf, dass jemand von den Nachbarn selbst kommen und danach bitten bzw. verlangen sollten, schließlich ist es ja nicht selbstverständlich, dass man immer wieder hinausrennt und alles zurückwirft, während selbst das Grüßen der Kinder manchmal schon zu viel verlangt scheint. Doch niemand kam.

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag gingen vorüber, und noch immer tauchte niemand auf; der Ball blieb an derselben Stelle auf der Wiese, ohne abgeholt zu werden. Schließlich legte das junge Paar den Ball in die Garage und fuhr über das Wochenende weg.

In der darauffolgenden Woche war Mr. Smith gerade mit dem Mähen des Rasens beschäftigt, als Frau Wildkraut bei ihm auftauchte und nach dem Ball der Kinder fragte. Nach einer Weile kam der junge Mann ziemlich sauer ins Haus, erklärte seiner Frau genervt: „Die Frau hat doch einen Schaden“, und erzählte ihr, dass die Nachbarin dagewesen sei, um nach dem Ball zu fragen. Auf die Frage, warum denn die Kinder nicht selbst einfach kommen würden, um sich den Ball zu holen, ergab sich ein interessantes Gespräch, das ich hier sinngemäß wiedergebe.

Zuerst behauptete die Nachbarin, sie wäre ja schon früher gekommen, aber Mr. und Mrs. Smith waren angeblich die ganze Woche nicht zu Hause. Abgesehen davon, dass diese Aussage nicht stimmte: Woher wollte sie das denn wissen, wenn sie ihre Nachbarn nicht ausspionierte?

Mr. Smith dementierte und stellte klar, dass er und seine Frau während der gesamten Woche zu Hause gewesen und nur am Wochenende fortgefahren waren. Und er fügte weiters hinzu, dass der Ball die ganze Woche über dagelegen hatte, ohne dass jemand gekommen war, um ihn zu holen.

Als Mr. Smith erneut Frau Wildkraut fragte, warum denn ihr Sohn nicht einfach komme, um sich, wie in den Jahren zuvor auch, den Ball zu holen, erwiderte die Lehrerin, die beiden Kinder – und speziell der Jüngere – hätten Angst vor ihnen.

Mr. Smith nahm an, sich verhört zu haben, und fragte nach: „Der Kleine, der da immer rumspringt und ständig zu uns reinschaut – der hat Angst vor uns?“ Als Frau Wildkraut dies bejahte, erwiderte Mr. Smith: „Wenn Kinder Angst haben, dann liegt das an den Eltern.“

Daraufhin lachte Frau Wildkraut nur und meinte süffisant: „Meinst du? Das glaub ich aber nicht.“

„Doch“, entgegnete Mr. Smith. „Wenn Kinder Angst haben, dann liegt es daran, was die Eltern ihnen erzählen. Was erzählst du denn deinen Kindern von uns, dass diese glauben, vor uns Angst haben zu müssen? Wir haben deinen Kindern noch nie etwas getan.“

Daraufhin lachte die Nachbarin erneut und wiederholte immer nur: „Das glaube ich aber nicht.“

Mr. Smith sagte wohl noch sinngemäß, dass es in der Verantwortung der Eltern liege, was Kinder machen oder nicht, woraufhin Frau Wildkraut zischte: „Ach, habt ihr deshalb keine Kinder?“

Dies an sich war schon eine direkte Beleidigung, schließlich könnten ja auch gesundheitliche Gründe dafür ausschlaggebend sein, warum jemand keine Kinder hat. Dass sich Mr. und Mrs. Smith bewusst dagegen entschieden haben, kann sie schließlich nicht wissen (und es geht sie im Grunde genommen auch gar nichts an).

Infolge der Belehrung durch Mr. Smith bezüglich der Angst von Kindern fühlte sich die Lehrerin sichtlich angegriffen und sagte daraufhin sinngemäß: „Jetzt habe ich aber auch Angst vor Ihnen.“

Mr. Smith bekam einen Lachanfall, erwiderte daraufhin nur noch: „Oh, mein Gott!“, kehrte seiner Nachbarin den Rücken zu und ging weg, während sie selbst vor dem Grundstück auf und ab tigerte und weiterhin alleine vor sich hin redete.

Kinder haben aus sich heraus keine Angst, sonst würden Kinder nie freiwillig alles Mögliche ausprobieren. Es sind wir, die Eltern und andere Erwachsene, die ihnen Ängste mitgeben und durch unser Verhalten beibringen. Wenn also Kinder Angst – die zuvor nicht da war –vor ihren Nachbarn oder wem auch immer haben, vor Menschen, die ihnen niemals etwas Böses angetan haben und nie unfreundlich zu ihnen waren, dann muss man sich allen Ernstes fragen: Was macht diese Frau eigentlich fast den ganzen Tag daheim – sie arbeitet ja nur halbtags –, und was bringt sie ihren Kindern bei? Am Vater kann es ja wohl nicht liegen, denn dieser ist offensichtlich kaum da und bekommt noch weniger mit – und wenn doch, dann immer nur eine Seite der Medaille, nämlich die unvollständige Version seiner eigenen Frau. Ohnehin geht es grundsätzlich viel ruhiger zu, wenn er daheim ist.

Ununterbrochen ist seitdem – noch mehr als zuvor – Aktion auf dem Trampolin, nun auch mit mehreren fremden Kindern, die alle ca. 8 bis 15 Jahre alt sind und provokativ ständig in die Fenster von Mr. und Mrs. Smith hineinschauen. Diese haben keine Privatsphäre mehr und werden fortwährend beobachtet, wie man auf zahlreichen Bildern und Videos sehen kann, welche das Paar im Gegenzug gemacht hat. Selbst beim Spähen durch die Zaunrillen wurde die Nachbarn vor wenigen Wochen entdeckt, als die Smiths ihr Auto in die Garage fuhren und diese offensichtlich allen Ernstes dachten, dass sie dabei niemand entdecken würde.

Mittlerweile wird sogar der Zaun des jungen Paares in den Abendstunden zwischen 21 und 22 Uhr von diversen 15-jährigen Kindern, die eingeladen wurden, zum 11-Meter-Schießen missbraucht – und auch dies völlig selbstverständlich und ohne um vorherige Erlaubnis zu fragen. (Fällt so etwas nicht eigentlich unter mutwillige Sachbeschädigung fremden Eigentums?)

Sobald Bewegung bei den Smiths ist – völlig egal, ob der Steinmetz da ist oder eine freundliche Nachbarin auf einen Kaffee zu Besuch kommt –, Mr. Smith etwas im Garten macht, wird sofort ausspioniert und auf dem Trampolin herumgesprungen, um nur ja alles zu sehen. Und das sogar, das Beispiel seiner Mutter stets vor Augen, von dem älteren 14-15-jährigen Buben. Wie die Mutter, so offensichtlich auch der Sohn … In diesem Jahr fingen sogar Kinder an, mit ihrem Handy über den Zaun hinweg zu filmen – und das mehrfach. Sie werden, wie es scheint, mit Präzision dazu erzogen, dass sie ihrer Mutter in Tat und Handlung aufs Haar gleichen. Also genau so, wie man es von einer „verantwortungsbewussten“ Pädagogin erwarten darf ;-)

Aufgrund der all der Ereignisse und der vielen Vorfälle über die letzten Jahre hinweg haben sich Mr. und Mrs. Smith dazu entschieden, bereits seit einiger Zeit alles zu dokumentieren und aufzunehmen. Es wurden diverse Kameras aufgestellt, um alles festzuhalten und Beweismaterial zu sichern. Weitere Recherchen des Paares haben ergeben, dass Frau Wildkraut zum einen als Lehrerin in ihrer Schule nicht sehr beliebt ist, dort als eine äußerst komplizierte Person gilt und zum anderen, wie bereits angesprochen, auch an ihrer vorherigen Adresse sehr negativ aufgefallen ist. Soweit zur Geschichte.

Alle angesprochenen Dinge stehen – meiner Meinung nach – in totalem Widerspruch zur Aussage von Frau Wildkraut, dass sie keinen Wert auf eine gute Nachbarschaft legt, weil das zu nichts führen würde, und dass ihr ein Hallo reichen würde, denn mehr wolle sie nicht. Wäre dem tatsächlich so, dann würde es sie null interessieren, was andere machen und sie würde niemals provozieren.

Doch diese Frau ist scheinbar neugieriger und penetranter als die Stasi. Wenn jemand keinen Wert auf eine gute Nachbarschaft legt, dann darf sich die Gegenseite auch das Recht herausnehmen, nicht ständig beobachtet zu werden, und entsprechende Maßnahmen setzen, um wieder Ruhe und Privatsphäre zu haben.

In der Regel, (wie ich das kenne und beigebracht bekommen habe), wenn Du neu irgendwohin ziehst, wo andere schon vor Dir da waren, geht man nach dem Einzug gemütlich rüber, stellt sich nochmal vor oder lädt die Nachbarn evtl. mal auf einen Kaffee ein. Man weiß ja nie wann das Salz vielleicht zu Ende ist und Du an einem Feiertag nicht einkaufen gehen kannst. ;-) In Falle des jungen Pärchens, scheint es leider etwas anders gelaufen zu sein.

Und Frau Wildkraut hat sich augenscheinlich umgekehrt ebenfalls nie die Mühe gemacht, sich selbst zu fragen wie es ihr gefallen würde, wenn vor ihrem Esstisch- und Wohnzimmerfenstern täglich jemand rumspringen würde und ihr ständig bei allem zuschauen würde. Wie sie sich fühlen würde, ständig beobachtet zu werden von fremden Menschen, ohne je ihre Erlaubnis dazu gegeben zu haben und denen aber ein guter Kontakt angeblich nicht wichtig ist. Sie selbst macht aber jeden lauthals einen Kopf kürzer, der es wagt vielleicht kurz vor ihrem Haus mit dem Auto zu wenden. Was sie jedoch mit Fleiß anderen antut, das mag sie lieber nicht erkennen.

Was würde ich also diesem jungen Paar raten?

Ich würde sagen:

1.

Liebes Paar Smith,

eure Geduld in allen Ehren – aber wie lange wollt ihr euch diese Schikane eigentlich noch gefallen lassen?

Es gibt Menschen, bei denen scheint in diesem Leben alles verloren. Frau Wildkraut gehört offenbar dazu. Also hört auf, zu hoffen und zu glauben, dass sich diese Frau jemals in ihrem Charakter ändern wird. Sie ist offensichtlich rechthaberisch und äußerst zynisch, das beweist sie euch immer wieder aufs Neue. Und falsch obendrein. Drei Jahre eurer Geduld reichen vollkommen! Man muss sich nichts ewig gefallen lassen.

2.

Da ihr in den letzten Monaten oder Jahren offensichtlich ausreichend Beweise für das Eindringen in eure Privatsphäre gesammelt habt, würde ich euch raten, zunächst Rechtshilfe in Anspruch zu nehmen und entsprechende erste juristische Schritte in die Wege zu leiten.

3.

Sollte das alles nicht ausreichen, um die unangenehme Situation zu beenden, kann man immer noch härter vorgehen und ich kann euch gerne mit Kontakten zum Rundfunk helfen. Solche Storys werden von den Medien stets sehr gerne aufgegriffen. Also, warum nicht einfach mal eine vollständige Zusammenfassung der Vorfälle an das ORF-Team in Österreich senden und auch an den RTL-Sender in Deutschland? Dann kommt mal wieder etwas Bewegung in eure Region, sodass man auch im letzten Winkel erfährt, welch großartige Pädagogin sich dort von ihrer besten Seite zeigt.

Menschen, die ständig bösartig provozieren, muss man nicht dulden! Niemand muss etwas erdulden! Guten Willen zeigen – ja, okay. Geduld haben – okay, eine Weile. Wenn das aber alles nicht hilft – dann, liebe Leute, handeln! Außerdem ist Privatsphäre ein Grundrecht – auch in Tirol. Wenn jemand dies andauernd verletzt, hat man das Recht sich zu wehren.

Um es biblisch auszudrücken – was ihr mit eurer Geduld betreibt, ist wie:

„Perlen vor die Säue werfen“.

Oder um es mit den Worten von Gandhi auszudrücken:

„Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört ebenso zu unseren Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten.“

Diese Frau wird eure Gutmütigkeit nicht einmal im Ansatz jemals wertschätzen können.  Das bedeutet solange ihr euch nicht wehrt, macht ihr dieses Spiel mit. Auch, wenn ihr es vielleicht gut meint aber:

Ihr duldet die Bösartigkeit dieser Person, und sie selbst wägt sich einstweilen in Sicherheit, immer weitermachen zu können. Ihr werdet missbraucht und daran ist nichts Edles.

Diese Frau begeht ganz offensichtlich den Fehler, eure Geduld und Gutmütigkeit als Dummheit auszulegen. Es ist langsam aber sicher an der Zeit, dem Ganzen Einhalt zu gebieten und ein Ende zu setzen. Das diese Frau selbst, alles andere als glücklich und erfüllt in ihrem Leben sein kann bei solch einem Verhalten, ist leider mehr als offensichtlich. Bevor sie sich jedoch damit  und ihrem Leben auseinandersetzt, sucht sie lieber die permanente Spannung und Reiberei im Außen.

Das Traurige an dieser Geschichte ist für mich selbst, die ich eher harmoniebedürftig bin, der Umstand, dass solch ein Mensch den Beruf der Lehrerin ausübt, dabei Schüler im kritischen Alter von bis 15 Jahren unterrichtet und diese eigentlich – selbst mit positivem Beispiel vorangehend – auf den weiteren Lebensweg vorbereiten sollte. Da ich oft genug Eltern getroffen habe, die mit ihren Kindern zu mir kommen, bekomme ich hautnah mit, was für Schäden solche Lehrer hinterlassen können – und zwar auf Dauer. Erst neulich war eine Kundin bei mir im Coaching, die heute 36 Jahre alt ist und noch immer eine nicht aufgearbeitete Situation aus der ihrer Zeit im Gymnasiums, mit eine ihrer Lehrerin hatte. Es gibt viele gute und wertvolle Lehrer. Ich selbst hatte das Glück solche zu haben. Doch leider darf man die Augen nicht davor verschließen, wenn es offensichtlich auch manchmal die Anderen gibt.

Was genau ist ein Lehrer eigentlich?

Ein Lehrer ist ein Beamter, sprich ein Staatsdiener. Die Betonung liegt hierbei allerdings auf dem zweiten Teil des Wortes! Ein Lehrer ist also jemand, der per Gesetz dazu auserkoren ist, zu DIENEN – in erster Linie natürlich den Kindern, die er unterrichtet. Um ihnen zu vermitteln, worauf es im Leben wirklich ankommt. Um ihnen mit einem sehr guten Beispiel voranzugehen. Um ihnen beizubringen, sich auf die Zukunft zu freuen.

Wir als erwachsene Menschen sollten unseren Kindern möglichst eine bessere, warmherzigere und menschenfreundlichere Welt hinterlassen als jene, die wir vorgefunden haben.

Letztendlich dienen wir uns alle gegenseitig, das müssen wir nur lernen, zu verstehen. Das ganze Leben ist ein Dienen – und zwar einander.

Für einen Lehrer liegt die Verantwortung noch ein Stück weit höher, also stellt sich die Frage:

Wie diene ich als Lehrer?

Was vermittle ich? Was gebe ich? Wie verhalte ich mich? Kommt es mir nur darauf an, JEMAND zu sein? Was ICH will? Oder geht es mir darum, mich in einer Art und Weise zu benehmen und etwas zu hinterlassen, woran sich meine Schüler noch in 40 Jahren gerne erinnern?

Letztendlich erinnern sich alle Menschen an ihre Lehrer. Es gibt jedoch zwei unterschiedliche Arten von Lehrpersonen: jene, an die man sich sehr gerne erinnert, (sowie ich an meine) und diejenigen, die man am liebsten vergessen würde und die man, wenn man sie auf der Straße trifft, auch nur grüßt, wenn sie direkt an einem vorbeigehen, weil ein anderes Verhalten mehr als unhöflich wäre.

Wenn dir zu Ohren kommt, dass gewisse Lehrer in ihrer Schule grundsätzlich unbeliebt sind, dann ist das immer etwas, worauf du hören und bei dem du achtsam sein solltest. In diesem Falle scheint jemand als Lehrer seine Prioritäten aus den Augen verloren oder zumindest vergessen bzw. verdrängt zu haben, warum er das Ganze machen sollte.

Frau Wildkraut scheint den falschen Beruf gewählt zu haben. Sie wurde vielleicht Beamtin und Lehrerin allein aus Sicherheitsgründen und nicht aus einer inneren Berufung oder aus einem Herzenswunsch heraus. Ob sie überhaupt noch weiß, was ein Herz ist, wollen wir an dieser Stelle einmal dahingestellt lassen. Tatsache ist jedoch, dass sich niemand, der sich seines Herzens bewusst ist und dieses noch wahrnimmt, auf eine solch schäbige Art und Weise seinen Nächsten gegenüber benimmt, und auch nicht Nachbarn gegenüber, von denen man nicht mehr als ein „Hallo“ will.

Frau Wildkraut mag vielleicht denken, sie sei aufgrund ihres Berufes „jemand“ in dieser Region. Tatsächlich jedoch ist niemand mit solch einem Verhalten jemals ein „Jemand“. Es ist der Charakter, der einen Menschen ausmacht, und niemals sein erlernter Beruf. Der Beruf ist lediglich eine Begleiterscheinung.

Manche füllen ihren Platz im Leben liebevoll und verantwortungsbewusst aus – andere hingegen sind ihrer Position nicht würdig.

Unsere Welt ist derzeit leider kein sehr freundlicher Ort, das sehen und hören wir alle, sobald wir die Nachrichten in Radio und Fernsehen aufdrehen. Ich finde es äußerst schade, dass es selbst an idyllischen Orten wie dem beschriebenen auch nicht anders aussieht. Doch dies zeigt nur unser Gesamtbild der Welt in einem verkleinerten Maßstab:

Krieg – im Großen wie im Kleinen.

Hier können wir nur alle einzeln etwas tun. Und wir brauchen uns alle gegenseitig – sogar die Nachbarn. Du weißt nie, was morgen ist. In Zeiten wie diesen ist mit allem zu rechnen. Was wenn Du eines Tages feststellst, dass Du genau auf diese Nachbarn angewiesen bist, die Du immer wieder bewusst verärgert hast? Diese Nachbarn, denen Du immer wieder hochmütig und provozierend begegnet bist? Hochmut kommt vor dem Fall, sagte meine Oma schon und sie hatte, wie so häufig, Recht.

Es ist sehr wichtig, falsches Verhalten nicht einfach hinzunehmen, genau wie die gute alte Seele Gandhi bereits sagte: „Die Nichtzusammenarbeit mit dem Schlechten gehört ebenso zu unseren Pflichten wie die Zusammenarbeit mit dem Guten.“

Einen schönen Tag allerseits

Eure Daniela-Claudia Szasz

Anmerkung: (Wildkraut ist eine Pflanze, deren Vorzüge man noch nicht erkannt hat und die alle Überlebenstricks gelernt hat, außer dem einen: in einer Reihe harmonisch zu wachsen.)  ;-)

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